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GARYFor Dentists

Glossar

Begriffe, die zwischen Stuhl und Werkbank oft verschieden gemeint sind.

Kein Lexikon, sondern die Handvoll Begriffe, bei denen Missverständnisse zwischen Praxis und Labor tatsächlich Termine kosten. Wo es sinnvoll ist, steht dabei, woran es in der Praxis hakt.

Herausnehmbare Prothetik

TeleskopkroneDoppelkrone · Konuskrone

Zweiteilige Verankerung: Das Primärteil wird fest auf den Pfeilerzahn zementiert, das Sekundärteil sitzt im herausnehmbaren Gerüst und gleitet darüber. Der Halt entsteht über Friktion zwischen beiden Flächen, nicht über eine Klammer. Weil die Kraft über den Pfeilerzahn läuft, verteilt sich die Last anders als bei rein schleimhautgetragenen Lösungen.

Woran es haktDie Friktion entscheidet sich an der Parallelität der Primärteile. Werden sie in getrennten Arbeitsgängen gefräst, ohne dass die Einschubrichtung vorher feststeht, sitzt am Ende eines zu fest und eines zu locker.

GeschiebeAttachment · Präzisionsverbindung

Eine formschlüssige Verbindung aus Patrize und Matrize. Die Patrize sitzt an der festsitzenden Krone, die Matrize im herausnehmbaren Teil. Anders als eine Klammer ist die Verbindung von außen nicht sichtbar, was im sichtbaren Bereich der Grund für die Bauart ist.

Woran es haktGeschiebe brauchen Platz. Wenn die Präparation den Raum nicht hergibt, wird die Wandstärke der Krone zu dünn, und das zeigt sich erst beim Einsetzen.

StegStegkonstruktion · Dolder-Steg

Ein Metallriegel, der mehrere Pfeiler verbindet, meist Implantate. Die Prothese greift über Reiter oder Matrizen darauf zu. Weil die Last über den gesamten Steg verteilt wird, ist die Konstruktion bei wenigen Pfeilern und zähem Kieferkamm eine übliche Wahl.

Woran es haktDer Steg muss hygienefähig bleiben. Zu eng am Kamm geführt, kommt der Patient nicht mehr darunter, und das fällt erst nach Monaten auf.

Modellguss

Ein gegossenes Metallgerüst mit Klammern, das auf den Restzähnen aufliegt. Die klassische, wirtschaftliche Teilprothese. Klammern sind sichtbar, dafür ist der Aufwand überschaubar und die Konstruktion gut reparabel.

Cover DentureDeckprothese · Overdenture

Eine Prothese, die über verbliebene Wurzeln oder Implantate gestülpt wird, statt sich allein auf die Schleimhaut zu stützen. Die erhaltenen Pfeiler bremsen den Knochenabbau und geben Halt, ohne dass die Prothese festsitzend sein muss.

VentilrandFunktionsrand

Der umlaufende Randbereich einer Totalprothese, der sich an die bewegliche Schleimhaut anlegt und den Unterdruck erzeugt, der die Prothese hält. Er ist kein Detail der Ausarbeitung, sondern der Grund, warum eine Totale überhaupt sitzt.

Woran es haktDer Ventilrand entsteht aus der Funktionsabformung. Ist die zu knapp ausgeformt, hilft am Ende auch das beste Material nicht.

WachswallBisswall · Wax Rim

Ein Wachskörper auf der Basisplatte, an dem Bisshöhe, Mittellinie, Lachlinie und Frontzahnstellung festgelegt werden. Er ist die Übersetzung dessen, was Sie am Patienten sehen, in etwas, womit das Labor arbeiten kann.

Woran es haktOhne eingezeichnete Mittellinie und Lachlinie stellt das Labor nach Durchschnittswerten auf. Das Ergebnis ist dann korrekt und trotzdem falsch.

SofortprotheseImmediate Denture

Eine Prothese, die vor der Extraktion angefertigt und unmittelbar danach eingesetzt wird, damit der Patient die Praxis nicht unversorgt verlässt. Sie ist eine Übergangslösung: Der Kieferkamm verändert sich in den ersten Monaten, deshalb ist eine spätere Unterfütterung eingeplant, kein Mangel.

Festsitzende Prothetik und Material

PräparationsgrenzeRandschluss · Marginal Design

Die Linie, an der die Krone endet und der Zahn beginnt. An ihr entscheidet sich, ob die Arbeit dicht abschließt. Ob sie als Hohlkehle, Stufe oder tangential angelegt wird, bestimmt das Material der späteren Krone mit.

Woran es haktWas der Scanner nicht sieht, kann das Labor nicht konstruieren. Liegt die Grenze subgingival ohne Retraktion, wird im Labor geraten, und das Ergebnis merkt der Patient.

ZirkonoxidZirkon · ZrO2

Eine hochfeste Oxidkeramik, aus der Kronen und Gerüste gefräst werden. Monolithisch aus einem Stück gefertigt ist sie sehr bruchsicher und für Seitenzähne und Brücken die übliche Wahl. Als Gerüst mit aufgeschichteter Verblendkeramik wirkt sie im Frontzahnbereich lebendiger, ist an der Verblendung aber empfindlicher.

LithiumdisilikatGlaskeramik · e.max

Eine Glaskeramik, die deutlich mehr Licht durchlässt als Zirkonoxid und dem natürlichen Schmelz optisch näher kommt. Sie ist weniger belastbar und wird deshalb adhäsiv befestigt, wodurch der Verbund zum Zahn die Festigkeit mitträgt.

Monolithisch

Aus einem einzigen Materialblock gefertigt, ohne aufgetragene Verblendschicht. Es gibt dadurch keine Grenzfläche, an der etwas abplatzen kann. Der Preis dafür ist eine gleichmäßigere, weniger differenzierte Optik.

Okklusale Reduktion

Der Substanzabtrag auf der Kaufläche, der Platz für das Kronenmaterial schafft. Wie viel nötig ist, hängt am Material: Eine monolithische Zirkonoxidkrone kommt mit weniger aus als eine verblendete Konstruktion.

Woran es haktZu wenig okklusaler Raum ist der häufigste Grund, warum ein Labor zurückfragt. Das Material lässt sich nicht beliebig dünn auslaufen, ohne dass es bricht.

Artikulator

Ein mechanisches Gerät, das die Kieferbewegung nachbildet, damit die Kaufläche nicht nur in einer Position stimmt, sondern auch in der Bewegung. Digital lässt sich das simulieren, am Modell kontrollieren viele Labore es zusätzlich, weil die Simulation die Realität nicht in jedem Fall trifft.

Implantatprothetik

AbutmentAufbau

Das Verbindungsstück zwischen Implantat und Suprakonstruktion. Es kommt entweder von der Stange oder wird gefräst. Gefräst heißt: Austrittsprofil und Höhe entstehen für diesen einen Fall, statt eine Standardform an die Situation heranzubiegen.

Emergenzprofil

Die Form, mit der die Versorgung aus dem Zahnfleisch austritt. Sie entscheidet darüber, wie sich das Weichgewebe anlegt und wie natürlich das Ergebnis wirkt. Bei tief gesetzten Implantaten ist das der schwierigste Teil der Konstruktion.

ScanbodyScanpfosten · Scankörper

Ein aufgeschraubter Aufsatz mit eindeutiger Geometrie, den der Intraoralscanner erfassen kann. Aus seiner Lage berechnet die Software Position und Rotation des Implantats. Ohne ihn ist ein digitaler Implantatfall nicht abbildbar.

Woran es haktDer Scanbody muss vollständig und scharf im Scan liegen. Ist er nur teilweise erfasst oder sitzt er nicht ganz fest, stimmt die berechnete Achse nicht, und das fällt erst beim Einsetzen auf.

Verschraubt oder zementiert

Zwei Wege, die Suprakonstruktion zu befestigen. Verschraubt bleibt sie abnehmbar und es gibt keinen Zementspalt im Sulkus, dafür liegt ein Schraubenkanal in der Kaufläche. Zementiert ist die Kaufläche geschlossen, dafür lässt sich die Arbeit später nicht zerstörungsfrei entfernen.

Woran es haktOb verschraubt überhaupt möglich ist, entscheidet die Implantatachse, und die steht nach der Chirurgie fest. Deshalb gehört diese Frage vor die Operation, nicht danach.

Digitaler Workflow

Intraoralscandigitale Abformung

Die optische Erfassung der Mundsituation statt einer Abformung mit Masse. Das Ergebnis ist ein Datensatz, mit dem das Labor unmittelbar weiterarbeitet, ohne Modellherstellung als Zwischenschritt.

Woran es haktEin Scan ist nicht automatisch vollständig. Fehlt der Antagonist, das Bissregistrat oder ein sauber erfasster Randbereich, ist der Datensatz da und die Arbeit trotzdem nicht planbar.

Bissregistrat

Die Aufnahme, aus der sich die Zuordnung von Ober- und Unterkiefer ergibt. Digital wird dafür in Schlussbisslage von bukkal gescannt. Ohne eindeutiges Registrat muss das Labor die Bisslage annehmen, und aus einer Annahme wird ein Zwischentermin.

Vertikale DimensionBisshöhe · VDO

Der Abstand zwischen Ober- und Unterkiefer bei geschlossener Zahnreihe. Sie bestimmt Gesichtshöhe, Lippenschluss und Muskelspannung. Wird sie bei einer umfangreichen Neuversorgung verändert, ist das eine Entscheidung mit Folgen weit über den Zahn hinaus.

Woran es haktEine veränderte Bisshöhe muss vor der Fertigung feststehen und dokumentiert sein. Nachträglich lässt sie sich nicht mehr korrigieren, ohne die Arbeit neu zu machen.

RückwärtsplanungBackward Planning

Vom fertigen Ergebnis her bestimmen, was am ersten Behandlungstag gebraucht wird, statt Schritt für Schritt vorwärts zu arbeiten und am Ende zu sehen, was fehlt. Der praktische Effekt ist, dass Rückfragen entstehen, solange der Patient noch im Stuhl sitzt.

Ein Begriff fehlt oder ist hier zu knapp erklärt? Schreiben Sie mir, dann kommt er dazu.

Sprechen wir über Ihren nächsten Fall.

Dreißig Minuten, keine Verpflichtung. Bringen Sie eine geplante Kombiarbeit mit, dann sehen Sie an einem konkreten Beispiel, wo Sitzungen wegfallen. Wenn ich Ihnen nicht helfen kann, sage ich das im Gespräch.

Sie sprechen direkt mit dem Inhaber.

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